Bild der Woche: Travel Air 5000
Im Luftverkehr der USA markierte die Travel Air 5000 den Umstieg von mehr oder weniger für den Passagiertransport geeigneten Doppeldeckern zum modernen Eindecker, der speziell für den gewerblichen Flugverkehr entwickelt wurde.
Clyde Cessna, Walter Beech, Lloyd Stearman: Hinter der Entwicklung der Travel Air 5000 stehen berühmte Namen der Luftfahrt. Die drei hatten 1925 gemeinsam mit dem Investor Walter Innes Jr. die Travel Air Company in Wichita gegründet. Das wohl bekannteste Flugzeug dieser nur für wenige Jahre existierenden Firma war die Travel Air 5000, die als das erste in den USA eigens für den kommerziellen Passagiertransport gebaute Flugzeug gilt. Sie basierte auf dem von Clyde Cessna entwickelten Typ 500 und war an die Forderungen der Fluggesellschaft NAT (National Air Transport) angepasst worden. Aus der NAT entstand später United Airlines. Ein geändertes Leitwerk und die Verwendung des stärkeren Wright Wirlwind J-5 (224 PS/165 kW) waren die wichtigsten Unterschiede zu Cessnas 500. Innerhalb von wenigen Minuten konnten die Korbsitze aus der Kabine herausgenommen und das vom Cockpit getrennte Passagierabteil in einen geräumigen Frachtraum verwandelt werden. NAT bestellte seinerzeit acht dieser Flugzeuge.
Einer, der das gute Potenzial der Travel Air 5000 ebenfalls erkannt hatte, war Charles Lindbergh. Bevor er sich für seine Ryan entschied, mit der er kurz darauf als erster Mensch über den Atlantik flog, hatte er bei Travel Air erfolglos nach einer 5000 gefragt.
Schlagartig berühmt wurde die Travel Air 5000 durch den Gewinn des mit 25000 Dollar dotierten Dole-Preises, den der amerikanische Unternehmer James Dole 1927 für den Sieger eines Langstreckenwettfluges über den Pazifik von Oakland in Kalifornien nach Hawaii ausgelobt hatte. Acht Besatzungen gingen am 16. August 1927 an den Start, nur zwei Flugzeuge erreichten das Ziel. Zwei crashten schon beim Abheben, andere kehrten wegen technischer Probleme um, und zwei Flugzeuge blieben für immer in den Weiten des Pazifiks verschollen. Den Sieg mit der Travel Air 5000 „Woolaroc“ erflogen Arthur Goebel, ein ehemaliger Barnstormer und Stunt Pilot, und sein Navigator William S. Davis, Leutnant der US Navy. Genau 26 Stunden und 17 Minuten brauchten sie für die 3925 Kilometer lange Strecke über die Wasserwüste. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 150 km/h.
Der kalifornische Ölmagnat Frank Phillips hatte Goebel erst die Teilnahme an dem Luftrennen ermöglicht, indem er eine Travel Air 5000 für damals 4500 Dollar kaufte und sie dem Piloten zur Verfügung stellte. Die Woolaroc befindet sich heute bestens restauriert auf der ehemaligen Ranch des Ölbarons Frank Phillips in Bartlesville im US-Bundesstaat Oklahoma, die heute als Museum.
hm 08.02.2010
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