Bild der Woche: Jakowlew Jak-36
1960 wollte Generalkonstrukteur Alexander Jakowlew, beeindruckt von den Vorführungen der britischen Short SC.1, ein ähnliches Flugzeug bauen. Überraschend schnell bekam er finanzielle Unterstützung vom Ministerium für Flugzeugindustrie und wissenschaftliche vom Forschungsinstitut der Luftstreitkräfte.
Jakowlew bildete ein Konstrukteursteam unter Stanislaw Mordowin, das mehrere Varianten des geplanten Musters untersuchte. Die einfachste, die Ausrüstung einer Jak-30 mit zwei Hubtriebwerken RU-19, wurde bald verworfen, und auch ein Entwurf nach dem Vorbild der britischen Hawker Kestrel mit einem Zehn-Tonnen-Turbofan war nicht realisierbar - ein solches Triebwerk existierte nämlich nicht in der Sowjetunion. Schließlich entschied man sich für ein existierendes R-27 von Tumanski mit drehbaren Düsen und Steuertriebwerken an einem Nasenausleger und einem Hecksteiß. 1961 entstand so das Projekt "Erzeugnis W " (für "wertikalnyi", das aber bald danach die Bezeichnung Jak-36 erhielt. Chefkonstrukteur war jetzt Orest Sidorow, der vom Ministerium die Finanzierung einer Zelle für Strukturtests, einer statischen Zelle und zweier Flugtestexemplare genehmigt bekam.
Obwohl die Maschinen als reine Forschungsflugzeuge projektiert waren, erhielten sie dennoch Unterflügelstationen für Waffen. Das erste Exemplar wurde im Herbst 1962 im Windtunnel des ZAGI erprobt, und kurz darauf begannen erste Fesselflüge. Den Jungfernflug mit noch konventionellem Start und gleicher Landung absolvierte Walentin Muchin am 27. Juli 1964. In der Folgezeit gab es einige Modifikationen am Flugzeug, und das Triebwerk R-27-300 wurde komplett nach dem Vorbild von Rolls-Royce überarbeitet. Dennoch traute man der neuen Technik noch nicht so richtig und rüstete die Flugzeuge für alle Fälle mit Zero-Zero-Schleudersitzen KJa-1 aus. So führte Muchin am 27. September 1964 der ersten Senkrechtstart aus, und am 24. März gelang der erste Transitionsflug. Im Oktober 1966 wurden beide Flugzeuge der Partei- und Staatsführung vorgeführt; am 9. Juli 1967 flog dann eines bei der großen Luftparade in Tuschino (das zweite war kurz zuvor bei einer harten Landung beschädigt worden). Später wurden mit dem verbliebenen Exemplar noch Erprobungen auf dem Deck des Hubschrauberträgers "Moskwa" durchgeführt, und damit war das Programm beendet. Das statische Testflugzeug, das nie geflogen ist, steht heute im Museum der Luftstreitkräfte in Monino.
MG 25.01.2010
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