Bild der Woche: De Havilland D.H. 110 Sea Vixen
Die zweistrahlige D.H. 110 Sea Vixen löste Ende der 50er Jahre als Allwetterjäger bei der Royal Navy die Sea Venom ab. Ihre Entwicklung hatte De Havilland bereits Ende der 40er Jahre gestartet.
Wie schon die Vampire und Venom legten die Ingenieure sie auch die Sea Vixen mit doppelten Leitwerksträgern aus. Die Flügel waren für den Flugzeugträgerbetrieb anklappbar. Den Antrieb besorgten zwei Rolls-Royce Avon, die jeweils 44,5 kN Schub entwickelten. Ungewöhnlich war der Beobachter der zweiköpfigen Besatzung positioniert. Er saß vor seinen Beobachtungs- und Zielgeräten rechts unterhalb der Pilotenkanzel, die links von der Rumpflängsachse angeordnet war. Sicht nach draußen hatte er nur sehr eingeschränkt durch eine Dackluke und ein kleines Fenster in der Bordwand.
Am 26. September 1951 startete der Prototyp zu seinem Jungfernflug. Ein knappes Jahr später stürzte er bei einer Vorführung während der Farnborough Air Show ab. Grund waren unter anderem Flattererscheinungen. Daraufhin wurden verschiedene Komponenten des Jägers modifiziert und mit dem zweiten Prototypen erprobt. Die erste Serienversion, die Sea Vixen F(AW).1, kam im März 1957 in die Luft. Bewaffnet war sie mit Firestreak-Raketen, konnte aber auch verschiedenen ungelenkte Luft-Luft oder auch Luft-Boden-Raketen laden. Im Horizontalflug erreichte sie 1038 km/h Höchstgeschwindigkeit. Ab Juli 1959 erhielten nach und nach sechs Squadrons der Royal Navy das neue Flugzeug.
Bis 1964 produzierte De Havilland die Sea Vixen, ab 1962 die zweite Version F(AW).2. Sie erhielt eine verbesserte Ausrüstung und konnte mit moderneren Red-Top-Flugkörpern bestückt werden. Flugzeuge dieser zweiten Serie sind leicht an ihren bis vor die Flügelspitze verlängerten Leitwerksträger zu identifizieren, die größere Tanks und damit mehr Reichweite ermöglichten.
Insgesamt baute De Havilland 119 Sea Vixen der ersten und weitere 29 der zweiten Version. Einige F(AW).1 wurden zu F(AW).2 umgebaut. Die Royal Navy nutzte die Sea Vixen bis 1972. Heute sind noch einige dieser eleganten Flugzeuge in Museen zu finden. Eine letzte Sea Vixen, eine F(AW).2, ist noch flugfähig. Hin und wieder ist sie auf Flugtagen auf der britischen Insel, seltener in Kontinentaleuropa, in Aktion zu bewundern.
hm 11.01.2010
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