Palm Springs Air Museum: Schätze in der Wüste
Das Palm Springs Air Museum gehört zu den kleineren Luftfahrtmuseen in den USA, aber die Sammlung braucht keinen Vergleich mit anderen Einrichtungen dieser Art zu scheuen, denn ein Großteil der Exponate wird regelmäßig geflogen.
Palm Springs ist mit 43.976 Einwohnern nach amerikanischen Maßstäben eine Kleinstadt. Dennoch ist die westlich von Los Angeles in der Wüste gelegene Stadt weltberühmt. Hier haben Prominente wie Bob Hope, Frank Sinatra, Paul Newman und Doris Day gelebt und einen Teil des Glamours von Hollywood nach Palm Springs gebracht. Dass das Palm Springs Air Museum direkt am Flughafen der Wüstenstadt liegt, ist kein Zufall, denn es beherbergt eine der größten Sammlungen von noch fliegenden Warbirds. Da diese Flugzeuge regelmäßig bewegt werden, war ein direkter Zugang zu einem Flughafen unbedingte Voraussetzung.
Bereits auf dem Parkplatz des Museum begrüßen Flugzeugveteranen die Besucher: Neben einer A-6E Intruder sind dort auch eine F-16 der US Navy-Aggressorstaffel, eine A-4 Skyhawk sowie eine F/A-18 Hornet zu sehen. Diese Flugzeuge leiden allerdings deutlich unter der brennenden Wüstensonne, ihre Lackierung bleicht von Jahr zu Jahr immer weiter aus.
Das Museum ist in drei Hangars aufgeteilt: Einer ist dem Krieg im Pazifik gewidmet, ein zweiter beschäftigt sich mit dem Zweiten Weltkrieg in Europa, während der dritte Hangar nur für Restaurierungsarbeiten genutzt wird.
Große Schautafeln erklären geschichtliche Zusammenhänge auf eine erfreulich neutrale Art und Weise. Modelle wie zum Beispiel ein Deckmodell des Flugzeugträgers USS Hornet im Maßstab 1:48 ergänzen die Schautafeln und die echten Flugzeuge sowie die anderen Exponate, zu denen auch historische Fahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Uniformen gehören.
Der größte Teil der Flugzeugsammlung besteht aus Flugzeugen des Zweiten Weltkriegs. Die Mehrzahl dieser Flugzeug ist flugbereit. Zu ihnen gehören neben den Marinejägern F4 Corsair, F7F Tigercat und F8F Bearcat auch Flugzeuge des US Army Air Corps wie P-51D Mustang, P-63A Kingcobra, Boeing B-17, P-40N Kittyhawk, um nur einige Muster zu nennen.
Weitere Exponate aus dieser Epoche sind eine TBM Avenger, eine Consolidated PBY-5 Catalina, eine Lockheed Harpon, eine Supermarine Spitfire, eine A-26 Invader und eine North American SNJ. Diese Aufzählung ist jedoch nicht vollständig. Auch kleinere Maschine wie eine Piper L-4 Grasshopper sind im Palm Springs Air Museum zu finden, natürlich flugbereit.
Die moderne Ära der Militärluftfahrt repräsentieren eine McDonnell Douglas F-4 Phantom II, eine MiG-21 sowie eine Lockheed T-33. Auch diese Aufzählung ist nicht vollzählig.
Das Museum ist ein lebendiges Museum, bei dem die Exponate regelmäßig fliegen. Das heißt, dass die Besucher nicht immer alle Flugzeuge zu sehen bekommen, da der eine oder andere Warbird gerade unterwegs zu einer Airshow außerhalb von Kalifornien ist. Dafür sind in Palm Springs aber auch regelmäßig Warbirds auf der Durchreise zu einer Airshow in Palm Springs zu Gast.
Freiwillige Helfer und Mitarbeiter des Museums restaurieren und warten die Flugzeuge. Unter normalen gewerblichen Aspekten wäre das Museum in der Form sonst nicht zu betreiben. Zum Zeitpunkt des Besuchs von Klassiker der Luftfahrt stand gerade eine Boeing B-17 Flying Fortress in der Werft. Gegen eine Spende konnten Besucher auch das Flugzeuginnere besichtigen. Auch so etwas gibt es nur in wenigen Luftfahrtmuseen. Ein Besuch des Palm Springs Air Museums lohnt sich, auch wenn der Eintritt mit 15 Dollar pro Person zunächst hoch erscheint. Das, was man dafür zu sehen bekommt, ist es allemal wert. Beschränkungen fürs Fotografieren gibt es übrigens nicht.
Die Consolidated PBY-5A Catalina gehört zu den größten Exponaten des Palm Springs Air Museums. Foto und Copyright: © Volker K. Thomalla
Volker K. Thomalla 14.10.2012
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