04.08.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 32/2014Vought XF8U-3 Crusader III

Lange hielt sich bei der US Navy über die Crusader III der Spruch: „Sie war das beste Flugzeug, das wir je storniert haben.“ In der Tat bot die Vought F8U-3 hervorragende Leistungen und hätte vielleicht sogar Mach 3 erreicht, wenn die Militärs ihr die Chance gegeben hätten.

Bild der Woche Kw 35: Vought XF8U-3 Crusader III

Die Vought F8U-3 bot hervorragende Leistungen und hätte vielleicht sogar Mach 3 erreicht. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Im Juli 1955 vergab die US Navy die Spezifikation für einen neuen Interzeptor, auf deren Basis Vought-Chefingenieur John Russell Clark die Crusader III schuf. Bei der F8U-3 handelte es sich um einen größeren und leistungsfähigeren Neuentwurf, bei der Clark einige Merkmale der früheren Crusader beibehielt. So wählte er wieder einen Flügel mit verstellbarem Anstellwinkel (allerdings nur fünf statt sieben Grad), der erstmals bei der F8U mit einem System zur Grenzschichtbeeinflussung ausgestattet war und Doppelspaltklappen bekam. Unter dem Heck ordnete Clark zwei große Stabilisierungsflossen an, die automatisch mit dem Ausfahren des Fahrwerks in eine 90-Grad-Position klappten. Die Bewaffnung bestand mit drei im Rumpf halb versenkten Sparrow-Flugkörpern ausschließlich aus Raketen. Ihre Kontrolle sollte durch ein fortschrittliches Waffenleitsystem mit dem Westinghouse-Radar AN/APQ-74 erfolgen. Den Antrieb lieferte ein Pratt & Whitney J75.

Schon bald nach dem Erstflug am 2. Juni 1958 auf der Edwards Air Force Base zeigte die Crusader III hervorragende Flugleistungen. Im Vergleichsfliegen gegen die F-4 Phantom II unterlag das Vought-Muster jedoch. Die Phantom bot bessere Mehrzweckfähigkeiten, so dass das F8U-3-Programm eingestellt wurde. Von den 18 vertraglich vereinbarten Maschinen konnte Vought nur drei fertig stellen und in die Luft bringen. Sie absolvierten insgesamt 190 Flüge und kamen später für Hochgeschwindigkeitsversuche zur NASA.



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