27.01.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 05/2014Versuchsflugzeug Short SC.1

In den 50er und 60er Jahren wurde in Großbritannien intensiv Luftfahrtforschung betrieben. Experimentalmuster wie die SC.1 von Short Brothers, Ltd. aus Nordirland sollten die Machbarkeit neuer Luftfahrtzeugkonzepte beweisen.

Short S.C.1

Experimentalmuster wie die SC.1 von Short Brothers, Ltd. aus Nordirland sollten die Machbarkeit neuer Luftfahrtzeugkonzepte beweisen. Foto und Copyright KL-Dokumentation  

 

Obwohl die Short SC.1 mit einer Spannweite von 7,16 Metern, einer Länge von 7,44 Metern und einer Höhe von 3,25 Metern ein sehr kompaktes Flugzeug war - kompakter als beispielsweise ein einmotoriges Reiseflugzeug vom Typ Cessna 172 - war sie mit fünf Triebwerken des Typs Rolls-Royce RB.108 bestückt. Die Antriebsaggregate brauchte der Deltaflügler allerdings nicht alle für den Vortrieb, sondern vor allem für Senkrechtstarts. Vier Triebwerke waren im mittleren Rumpf des unkoventionell aussehenden Flugzeugs untergebracht und zeigten mit ihren Auslassdüsen nach unten, während das fünfte Aggregat im Heck untergebracht war und für Schub nach vorne sorgte.

Zwei Prototypen wurden von Short Brothers in Belfast gebaut. Der erste, mit dem Kennzeichen XG900, flog am 2. April 1957 zum ersten Mal. Allerdings tat er dies nicht in Nordirland, sondern beim Royal Aircraft Establishment auf der RAF-Basis Boscombe Down. Die zweite SC.1 trug das Kennzeichn XG905 und wurde ab Mai 1958 in Belfast in einem Fesselgestell auf ihre Senkrechtstart-Fähigkeiten getestet. Es sollte jedoch noch bis zum 6. April 1960 dauern, bis eine SC.1 zum ersten Senkrechtstart mit Übergang in den Horizontalflug abheben sollte.

Das Ergebnis der Flugerprobung war ernüchternd: Es zeigte sich, dass es unwirtschaftlich ist, reine Hubtriebwerke mitzuführen, die lediglich bei Start und Landung benötigt würden. Schwenkbare Düsen wie sie das Rolls-Royce-Pegasus-Triebwerk nutzte, waren der bessere Weg für Senkrechtstarter. Die beiden Short SC.1 wurden eingemottet und 1974 Museen übergeben.



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