23.03.2015
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 13/2015 Umbaugh Flymobil U 18

Der amerikanische Düngemittel-Fabrikant Raymond F. Umbaugh träumte von einem preiswerten, einfach zu beherschenden Fluggerät. Er bediente sich des Prinzips der Autorotation, gründete mit Partnern eine Firma und brachte den Tragschrauber Umbaugh U 18 auf den Markt.

Umbaugh U 18 Tragschrauber

Dieser Tragschrauber sollte das preiswerte Fliegen ermöglichen. Mehrere Firmen scheierten jedoch am Projekt Umbaugh U 18. Foto und Copyright: Flymobil Generavertrieb Herbert Eklöh - Köln, Oberländer Ufer 94  

 

Umbaugh war vom Prinzip des Tragschraubers schwer beeindruckt. Im Gegensatz zum Helikopter wird der Rotor im Flug nicht angetrieben, sondern dreht im Fahrtwind und erzeugt so Auftrieb. Für Vortrieb sorgt ein im Heck montierter Schubpropeller.

1957 gründete der Unternehmer die Umbaugh Aircraft Corporation in Ocala, Florida. Im August 1959 startete der Prototyp U 17, entwickelt gemeinsam mit Partnern und gebaut von Fairchild in Maryland, zum Erstflug. Das Leitwerk wurde im Anschluss noch mehrmals für eine verbesserte Stabilität geändert. Eine Besonderheit des Umbaugh-Gyrokopters war seine Fähigkeit, aus dem Stand, also ohne Rollstrecke, zu starten. Die FAA-Zulassung erfolgte 1961.

Der Erfinder bewarb offensiv die Vorteile seines Entwurfs. Das Flymobil U-18 sei so leicht zu fliegen, dass wenige Stunden Training für den Umstieg vom Flächenflugzeug genügen sollten. Für den Antrieb sorgte ein Lycoming-Motor mit 180 PS, genug für 130 bis 160 km/h Reisegeschwindigkeit. Der Tragschrauber bot Platz für zwei Personen in Tandemanordnung und Gepäck.

Auch in Deutschland hoffte man auf den Durchbruch für den „Wolkenquirl“, wie das Gerät in der Presse bezeichnet wurde. Vertriebspartner Herbert Eklöh bot das Flymobil für „DM 49.500,- frei Köln“ an. In den USA hoffte Raymond F. Umbaugh indes auf große Stückzahlen und schloss einen Vertrag für die Produktion der Ganzmetall-Konstruktion mit der Fairchild Engine and Airplane Corporation ab.

Die Zusammenarbeit fruchtete jedoch nicht, die Umbaugh Aircraft Corporation stellte 1962 ihre Geschäftstätigkeit ein. Händler gündeten 1964 eine Nachfolgefirma, die Air and Space Manufacturing Inc. Weniger als 100 Stück wurden gebaut, als auch dieses Unternehmen im Jahr 1966 scheiterte. Weitere Versuche, Umbaughs Konstruktion in Serie zu fertigen, reichen bis in die Gegenwart – richtig erfolgreich war das „Flugzeug des kleinen Mannes“ jedoch nie.

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Patrick Holland-Moritz


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