16.02.2015
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 08/2015Saunders-Roe Skeeter

Nur ein kurzes Intermezzo gab der zweisitzige Leichthubschrauber Skeeter bei der Bundeswehr. Ab 1958 wurden zehn Maschinen aus britischer Produktion bei den Heeresfliegern und bei der Bundesmarine auf ihre Truppentauglichkeit hin erprobt.

Bild der Woche: Saunders-Roe Skeeter, KW10-11

Sechs Skeeter Mk.50 wurden ab 1958 bei den Heeresfliegern erprobt. Da sie jedoch nicht die Erwartungen erfüllen konnten, wurden sie 1960 wieder ausgemustert. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Die Skeeter konnte die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen und musste bereits knapp zwei Jahre später moderneren, vor allem aber ausgereifteren und stabileren Mustern weichen.

Der zweisitzige Helikopter basiert auf der W. 14 des spanischen Herstellers Cierva Autogyro, die im Oktober 1948 ihren Erstflug absolvierte. Im Jahr 1951 erwarb der britische Flugzeug- und Schiffsbauer Saunders-Roe Ltd. (Saro) die Rechte an dem Hubschrauberentwurf und entwickelte daraus die Skeeter. Als Antrieb diente zuerst ein viel zu schwacher 145-PS-Motor, später ein 200-PS Gipsy Major-Motor, der die Leistungen erheblich verbesserte. Als die Skeeter 1956 endlich serienreif zu sein schien, war ihre Technik bereits überholt. Seine Schwächen, vor allem seine Anfälligkeit im Hinblick auf Bodenresonanzen, disqualifizierten den kleinen Helikopter noch bevor er überhaupt so richtig Fahrt aufnehmen konnte. Die Skeeter-Produktion fand ihr endgültiges Ende, als Saro 1959 von Westland Aircraft übernommen wurde. Dort wurde das Modell zur Westland Scout und Westland Wasp weiterentwickelt.

Von allen Skeeter-Versionen, von denen ohnehin nur immer ein, zwei oder drei Exemplare gebaut wurden, war die Version Skeeter 7 (mit einem 215 PS leistenden Gipsy-Motor) die erfolgreichste. Von ihr wurden auch die meisten Exemplare gefertigt. 64 von insgesamt nur 77 gebauten Skeeter gingen allein in der Skeeter-7-Variante an das British Army Air Corps, die Royal Air Force setzte die Maschine als leichten Beobachtungs- und Verbindungshubschrauber ein. Basierend auf der Skeeter-7 orderte auch die junge Bundeswehr 1956 das Muster als Schul- und Verbindungshubschrauber. Sie kamen von März bis Dezember 1958 als Skeeter Mk. 50 zu den Heeresfliegern und als Mk. 51 zur Marine und dienten, wie viele andere Leichthubschraubermuster der Zeit, als Versuchsträger für spätere Aufgaben bei den fliegenden Verbänden.  Sechs Maschinen gingen in den Flugbetrieb der Heeresfliegerstaffel 3 mit den Kennungen PC 117 bis PC 122. Mit dem Wechsel zum Heeresfliegerbataillon 6 wurden sie umregistriert und erhielten die Kennungen PF 155 bis PF 160. Vier Skeeter flogen unter den Kennungen SC 501 bis SC 504 beim Marinefliegergeschwader 5 in Kiel-Holtenau. Zwischen 1959 und 1961 wurden alle Skeeter wieder ausgemustert und nach Portugal verkauft.

Die Skeeter Mk. 50 hatte eine Leermasse von 738 kg, ihre maximale Startmasse betrug 1000 kg. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 167 km/h, die Reiseleistung bei 163 km/h. Die Reichweite betrug 390 km. Flugfähig ist derzeit nur noch eine Skeeter in Großbritannien, zahlreich ist das Muster jedoch in britischen Luftfahrtmuseen zu besichtigen.                                                                                                    



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