26.09.2016
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 39/2016Saab 17

Angesichts der aufziehenden Kriegsgefahr in Europa beschloss Schweden Ende 1936 den Ausbau seiner Luftstreitkräfte. Die erste Eigenentwicklung des neuen Rüstungsprogramms war die Saab 17, ein leistungsstarker leichter Bomber und Aufklärer.

Saab 17

Saab 17. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Ab März 1937 arbeitete eine Projektgruppe der Entwicklungsgesellschaft AB Förenade Flygverkstäder (AF) an einem modernen Aufklärer als Ersatz für die Fokker S 6A und S 6B der Flygvapnet. Windkanalversuche und Berechnungen ließen aber keine guten Leistungen erwarten, und so bekamen die Ingenieure der ASJA (AB Svenska Järnvägsverkstädernas Aeroplanavdelning) den Auftrag, den Entwurf zu überarbeiten. Diese nutzten die Gelegenheit, die F-1 komplett abzulehnen und am 1. August 1938 ihren eigenen Entwurf L 10 zu präsentieren. Das Materialamt zeigte sich angetan und erteilte im November den Auftrag zum Bau zweier Versuchsflugzeuge. ASJA übernahm nun die Flygvapnet-Projektbezeichnung P 7 für das neue Modell. Im Rahmen einer Umstrukturierung der Rüstungsindustrie wurde die ASJA im Frühjahr 1939 von SAAB (Svenska Aeroplan Aktiebolaget) aufgekauft. Die P 7 erhielt nun die Bezeichnung Saab 17.

Als Motor der Saab 17 sollte ein Pratt & Whitney Twin Wasp dienen. Ein Vertrag über die Lizenzfertigung kam jedoch nicht rechtzeitig zustande, so dass Nohab Flygmotorfabriker anhand einiger verfügbarer Muster erst mühsam eine Kopie des Sternmotors konstruieren musste. Zwischenzeitlich griff man auf den Nohab/Bristol Mercury XII zurück, einen luftgekühlten Neunzylinder-Sternmotor. So ausgerüstet, startete das erste Versuchsmuster am 18. Mai 1940 in Linköping zum Erstflug. Das zweite Versuchsmuster, ausgestattet mit einem Pratt & Whitney TWC-3, brachte Saab am 3. Juni 1941 in die Luft.
Unterdessen hatte das Unternehmen am Ende Dezember 1940 den ersten Auftrag für 86 Serienflugzeuge erhalten. Weitere Lose folgten. Die Lieferungen der Saab 17 begannen im Frühjahr 1942 an das Geschwader F 7 in Satenäs. Insgesamt sechs Geschwader flogen die Saab 17, die bis 1948 in Diensten der Flygvapnet blieb.

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