16.06.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 25/2014Piaggio P.108

Die Piaggio P.108 war ein schwerer viermotoriger Bomber des italienischen Herstellers Piaggio Aero Industries aus Genua.

Bild der Woche KW33_2011: Piaggio P108

Die Piaggio P.108 war ein schwerer viermotoriger Bomber der italienischen Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Foto: © Klassiker der Luftfahrt Dokumentation  

 

Mit einer Spannweite von 32 Metern und einer Länge von 22,20 Meter war die Piaggio P.108 für ihre Zeit ein beeindruckend großes Flugzeug und entsprach von der Größe her ihren alliierten Gegenstücken vom Typ Boeing B-17 Flying Fortress und Consolidated B-24 Liberator, allerdings flog sie erst vier Jahre nach dem Erstflug der B-17 und war auch nicht annähernd so erfolgreich. Piaggio hatte mit der Entwicklung der P.108 erst 1937 begonnen. Das Konzept des Musters beruhte auf den Erfahrungen, die das Unternehmen mit der Konstruktion des viermotorigen Bombers Piaggio P.50 gemacht hatte. Dieses Flugzeug war jedoch zu schwer und zu langsam und wurde deshalb nie in Serie gebaut.

Als die italienischen Luftstreitkräfte (Regia Aeronautica) 1938 eine Ausschreibung für einen Bombardiere a Grande Raggio, also einen Bomber mit großer Reichweite, herausgaben, beteiligte sich auch Piaggio mit dem Entwurf der P.108 an dem Wettbewerb. Das Flugzeug wurde von Piaggios Chefingenieur Giovanni Casiraghi konstruiert. Der Prototyp der P.108 erhob sich am 24. November 1939 zum Erstflug in die Luft. Zwar gewann Cant den Bomber-Wettbewerb der Regia Aeronautica, aber man gab Piaggio den Auftrag für die Serienfertigung, da das Flugzeug in der Entwicklung weiter fortgeschritten war als das Muster von Cant.

Die P.108 wartete mit mehreren interessanten technischen Lösungen auf. So befanden sich beispielsweise ferngesteuerte Geschütztürme mit je zwei 12,7-mm-MG auf den äußeren Motorgondeln. Die Fahrwerke wurden durch separate Zweitaktmotoren ein- und ausgefahren. Die Bombenlast betrug 3500 kg.

Piaggio baute neben dem Prototypen nur 24 Serienflugzeuge der P.108 in der Bomberversion. Sie stießen ab 1941 zur Regia Aeronautica und flogen 1942 ihren ersten Einsatz. Eine weitere Version der P.108 sollte zur Schiffsbekämpfung im Mittelmeer dienen und wurde dazu mit einer 10,2-cm-Kanone im Bug ausgerüstet. Die P.108A benannte Version wurde zwar im Flug eprobt, kam aber nie zum Einsatz.

Eine weitere Version der Viermot war die P.108T, ein Transportflugzeug für bis zu 60 Soldaten, das einen breiteren Rumpf hatte als die Basisversion der P.108. Die verschiedenen Quellen sind sich nicht einig, ob 12 oder 15 Flugzeuge dieses Musters gebaut wurden. Klar ist jedoch, dass die P.108 nicht in nennenswerten Stückzahlen hergestellt worden ist. Es war auch vorgesehen, die Version P.108 als Zivilflugzeug unter der Bezeichnung P.108C anzubieten.

Nach der italienischen Kapitulation übernahm die Luftwaffe alle P.108 und verwendete sie als Transporter in Südrussland. Es sollen auch eine Reihe von P.108-Bombern zu P.108T umgebaut worden sein, was aber aufgrund der unterschiedlichen Rumpfdurchmesser höchst unwahrscheinlich erscheint. Im August 1944 legte die Luftflotte 4 die verbliebenen P.108 aus Treibstoffmangel auf verschiedenen Flugplätzen auf dem Balkan still. Keines der Flugzeuge hat den Zweiten Weltkrieg überstanden.

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hm


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