12.01.2015
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 03/2015North American B-45

Die B-45 war der erste vierstrahlige Bomber der US-Luftwaffe, die ersten Serienflugzeuge kamen ab April 1948 zu den Einheiten. Trotz seiner Schwächen spielte der Bomber für einige Jahre eine wichtige Rolle in der Atomwaffenstrategie der USA.

North American B-45

Eine North American RB-45C bei der Luftbetankung durch eine Boeing KB-29P. © Foto: US Air Force  

 

Die North American B-45 Tornado steht im Schatten der zweifellos gelungeneren Boeing B-47 Stratojet. Ihren Platz in der Geschichte der US-Luftwaffe hat sie dennoch sicher, da sie der erste jetgetriebene Bomber der US-Luftwaffe war und zugleich das erste Strahlflugzeug, das in der Luft betankt wurde. Hinzu kommt, dass der Vierstrahler auch Atombomben mitführen konnte und in den frühen 1950er Jahren eine wichtige Rolle in der Strategie der nuklearen Abschreckung gegenüber der Sowjetunion innehatte.

Erste Entwürfe für die B-45 entstanden 1944. Der erste von drei Prototypen flog erstmals am 17. März 1947. Angetrieben wurde das Flugzeug von vier der damals neuen J35-Turbojettriebwerke von General Electric, paarweise untergebracht in den markanten Doppelgondeln. Es war für vier Mann Besatzung ausgelegt, einer davon hatte den Heckstand mit zwei 12,7-mm-MGs zu besetzen.
Der Entwurf konnte sich gegen die konkurrierende Convair XB-46 durchsetzen und North American erhielt einen Auftrag über zunächst 97 B-45A. Die erste B-45A flog erstmals am 24. Februar 1948, die Produktion endete im März 1950.

Die Bombenlast konnte bis zu 9980 kg betragen. Möglich war das Mitführen einer “Grand Slam”-Bombe dieses Gewichts oder 14 konventioneller 1000-Pfund-Sprengbomben. Als Antrieb dienten vier J47-Turbojettriebwerke. Zusätzlich konnten zwei Aerojet-Hilfsstartraketen angebracht werden.
1952 verlegte die US-Luftwaffe 55 atomwaffenfähige, mit Zusatztanks ausgerüstete Bomber nach England. Sie bildeten die erste Reihe der nuklearen Abschreckungsstrategie in Europa.

Die folgende Version war die B-45C, eine verbesserte Ausführung der B-45A. Nur zehn Stück wurden gebaut, 33 weitere Flugzeuge wurden für die Aufklärerrolle modifiziert und als B-45C ausgeliefert.
Viele Flugzeuge der A-Reihe wurden ebenfalls auf C-Standard umgerüstet, um ihre Lebensdauer zu verlängern und einige der Mängel der frühen Baureihe zu beheben. Die Flugzeuge der A-Reihe litten unter störungsanfäliger Elektronik, geringer Reichweite, Problemen mit dem Bombenschacht und Triebwerksbränden. Die letzte Version war die RB-45C, die bis zu zwölf Kameras mitführen konnte.

North American produzierte 143 B-45, die US-Luftwaffe stellte das Muster 1959 außer Dienst. Einige wenige Flugzeuge dienten bis in die 1970er Jahre als Testflugzeug.



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