07.07.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 28/2014Nord Aviation Nord 500

In den fünfziger und sechziger Jahren gehörte die Luftfahrtindustrie zu den innovativsten Bereichen überhaupt. Staatliche Förderung garantierte, dass auch unkonventionelle Entwürtfe bis zum Prototypenstadium entwickelt wurden.

BdW 27_06 2011 Nord 500

Die französischen Luftfahrtingenieure bauten in den fünfziger Jahren viele interessante Erprobungsflugzeuge, unter anderem diese Nord 500. Foto: © Klassiker der Luftfahrt  

 

Die Nord 500 Cadet des französischen Unternehmen Nord Aviation aus Bourges (rund 220 km südlich von Paris) wurde als Modell im Maßstab 1:1 erstmalig auf dem Salon de l'Aéronautique et de l'Espce in Le Bourget im Jahr 1965 vorgestellt. Mit dem einsitzigen Kipprotorflugzeug mit ummantelten Rotoren wollte die Firma die Machbarkeit des Konzepts von schwenkbaren Rotoren testen. Man versprach sich dadurch eine ideale Kombination der Eigenschaften von Hubschraubern - Senkrechtstart - und Flächenflugzeugen - hohe Geschwindigkeiten.

Rechnerisch hätte das Fluggerät, von dem nur zwei Exemplare gebaut wurden, eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h erreichen können. Dazu kam es jedoch nicht. Der erste Prototyp, der 1967 fertig gestellt worden war, wurde ausschließlich für mechanische Tests und die Strukturerprobung eingesetzt. Das zweite Exemplar, das auf dem Bild der Woche zu sehen ist, hob nach intensiven Bodenläufen im Juli 1968 zu seinem ersten und einzigen gefesselten Flug ab. Danach wurde das Programm eingefroren. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.

Mit der Fusion der französischen Luft- und Raumfahrtindustrie zum Staatskonzern Aérospatiale wurde die Nord 500 zu den Akten gelegt. Die offizielle Einstellung des technologisch interessanten Projekts erfolgte 1971. Das Prinzip des Kipprotorflugzeugs wurde mit der Bell/Boeing V-22 verwirklicht, die erst mehr als 30 Jahre später in Serie ging.



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