28.09.2015
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 40/2015Nord 1601

Nach dem Zweiten Weltkrieg stürzten sich die französischen Flugzeugbauer auf die neuartigen Strahltriebwerke. Ein Zweistrahler mit stark gepfeilten Tragflächen und Laminarprofil sollte der S.N.C.A.N. erste Erfahrungen auf dem zukunftsweisenden Gebiet bringen.

Nord 1601

Nord 1601. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Während der deutschen Besatzung waren die französischen Flugzeugkonstrukteure weitgehend zur Untätigkeit verdammt. Ab Juli 1945 entstand bei der staatlichen Société Nationale de Construction Aéronautique du Nord (S.N.C.A.N.) unter der Leitung von Louis Coroller der Entwurf der Nord 1600. Diese sollte mit zwei Mantelstromtriebwerken SRA-1 des Herstellers Rateau ausgerüstet werden, von denen man sich einen Schub von etwa 16,8 Kilonewton erhoffte. Die Direction Technique et Industrielle Aéronautique (DTIA) erteilte daraufhin am 4. Februar 1947 den offiziellen Auftrag für den Bau von zwei Prototypen der Nord 1600. Diese sollten entsprechend den Tests mit Windkanalmodellen, die man ab April 1946 durchgeführt hatte, relativ große Pfeilflügel mit darüber in Rumpfnähe montierten Triebwerken und ein T-Leitwerk erhalten.

Im Verlauf der Versuche stellte sich das SRA-1 jedoch als Fehlschlag heraus, so dass das Projekt 1948 aufgegeben wurde. Für Louis Coroller und seine Mannschaft bedeutete dies den Wechsel zum verfügbaren Derwent von Rolls-Royce, das eine Leistung von 15,6 Kilonewton bot. Damit einher gingen aerodynamische Änderungen wie die Anordnung der Tragflächen als Mitteldecker mit großer V-Stellung und die Montage der Triebwerke  darunter, ähnlich wie bei der Bell P-59 Airacomet. Dazu kam die Verwendung eines normalen Leitwerks. Im September 1949 wurde die einzige gebaute Nord 1601 zum Testflugplatz Melun-Villaroche gebracht, wo Claude Chautemps, der Cheftestpilot der S.N.C.A.N., am 21. September die ersten Rollversuche unternahm. Der Erstflug fand am 24. Januar 1950 statt.



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