28.11.2016
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 48/2016Mikojan-Gurewitsch Je-152

Das Mach 2 schnelle Versuchsjagdflugzeug Je-152 aus dem Hause Mikojan-Gurewitsch flog erstmals am 10. Juli 1952. Die Serienproduktion wurde nicht realisiert, da die vorhandenen Jäger noch als ausreichend angesehen wurden.

Mikojan-Gurewitsch Je-152

Die russische MiG Je-152 hatte den Nato-Codenamen "Flipper". Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Am Ende der 1950er Jahre entwarfen die Konstrukteure im OKB Mikojan-Gurewitsch mit der Je-150 ein allwetterfähiges Jagdflugzeug, mit dem die hochfliegenden Überschallbomber abgefangen werden sollten. Die Maschine mit der Entwicklungsbezeichnung JE flog erstmals am 10. Juli 1959. Der einsitzige Deltaflügel hatte ein Tumanski R-15-Triebwerk und verfügte über eine reine Raketenbewaffnung.  

Auf Grund des vorgesehenen Geschwindigkeitsbereichs nutze man in der Fertigung erstmals Titan, da man davon ausging, diese neuen Werkstoffe zu benötigen. Auf der Basis der 150 entstand später die 152, bei der lediglich die Form des Tragwerks übernommen wurde. Der Rumpf wurde verlängert, erhielt eine Wespentaille und zwei R-11F-300-Strahltriebwerke. Beim Erstflug saß der erfahrene Testpilot Georgi Mossolow im Cockpit. Er wechselte sich in der späteren Flugerprobung mit Alexander Fedotow ab. Es wurde Geschwindigkeiten von 2500 Kilometern in der Stunde in einer einer Höhe von 20000 erreicht. 

Mikojan-Gurewitsch Je-152_Museum

Die Je-166 (Je-152M) im russischen Museum in Monino. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Nach der Erprobung diente, die Je-152A noch weiter als Erprobungsträger, bis zu bei einem Absturz im Ende Januar 1965 verloren ging. Der Pilot Krawzow überlebte den Crash nicht. 

Später wurden noch zwei weitere Maschinen der der 150-Reihe gebaut und mit verschiedenen Triebwerken getestet. Die Je-152-1 hatte ihren Erstflug am 21. April 1961. Mit dieser Maschine wurden verschiedene Rekorde aufgestellt. Darunter der Geschwindigkeitsrekord auf einer geschlossenen 100 Kilometer Strecke (2401 km/h) und der Rekord auf einer Strecke von 15-25 Kilomter (2681 km/h).

Nach der Einstellung des Projekts verkaufte man die Pläne nach China und es entstand die zwischen 1968 und den 80ziger Jahren gebaute Shenyang J-8.

Heute steht noch eine Je-152M im Museum in Monino. Es handelt sich dabei um die Je-166. 

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