18.08.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 34/2014Messerschmitt Me 262

Die Messerschmitt Me 262 war das erste einsatzfähige Jagdflugzeug mit Strahlantrieb. Das Flugzeug bot den Piloten eine überragende Geschwindigkeit. Bis Kriegsende wurden 1433 Exemplare gebaut.

Messerschmitt Me 262 Bomber

Als Bomber war die Messerschmitt Me 262 eine völlige Fehlbesetzung. In dieser Rolle konnte sie ihre Stärken nicht ausspielen. Foto: Klassiker der Luftfahrt  

 

Die Messerschmitt Me 262 ist ein legendäres Flugzeug. Als weltweit erstes strahlgetriebenes Jagdflugzeug schrieb es Luftfahrtgeschichte. Am 25. März 1942 startete der Pilot Fritz Wendel mit dem ersten Prototyp mit dem Kennzeichen PC + UA auf der nur 1100 Meter langen Piste in Haunstetten bei Augsburg zum Jungfernflug. Dieser Start endete jedoch fast in einer Katastrophe. Das als zweistrahliges Spornradflugzeug war noch mit einem Jumo-210-Kolbenmotor als zusätzlichem Antrieb im Bug ausgerüstet. Beim Erstflug fielen beiden Turbinen noch in der Startphase aus, der Jumo rettete das Flugzeug.

Das dritte Exemplar der Me 262 (V3, Kennzeichen PC + UC) war ausschließlich mit zwei Jumo-004-Strahltriebwerken ausgestattet und hob am Vormittag des 18. Juli 1942 in Leipheim zum Erstflug ab. Der Pilot hieß wiederum Fritz Wendel. 

Erst am 22. Januar 1943 wurde das Programm vom Technischen Amt mit der höchsten Dringlichkeitsstufe versehen. Ende Juli 1943 genehmigte das Technische Amt die Pläne für die Vor- und Großserienfertigung. Es dauerte jedoch bis zum Frühjahr 1944, bis der eigentliche Serienbau anlief und die Einsatzerprobung der ersten Flugzeugmuster abgeschlossen war. Im Februar 1944 wurden acht Me 262 gefertigt. Es war geplant, die Produktion bis zum Mai auf 60 Maschinen pro Monat ansteigen zu lassen. 

Die erste Serienasuführung Me 262 A-1a Schwalbe war als Jagdflugzeug mit einer Standardbewaffnung von vier MK 108 ausgelegt, während die Me 262 A-1a/U1 mt zwei MK 108, zwei MK 103 und zwei MG 151/20 ausgerüstet war. Die Me 262 A-1/U2 war als Schlechwetterjäger konzipiert. Sie besaß neben ihrer normalen Funkanlage zusätzlich noch ein Funkfeuer-Empfangsgerät "Hermine". 

Obwohl das Flugzeug als Jäger entwickelt worden war, musste die Me 262 auf persönliche Weisung von Hitler auch als Bomber eingesetzt werden. Als erster Me-262-Bomberverband wurde im Kampfgeschwader 51 ein "Kommando Schenk" aufgestellt, das ab Oktober 1944 einsatzbereit war. Die Me 262 war in dieser Rolle jedoch nicht erfolgreich. 

Es gab noch eine Vielzahl von Varianten und Versionen der Me 262, so zum Beispiel eine als Nachtjäger mit verlängertem Bug und schräg nach oben feuernden MK 108. 

Da junge Piloten mit dem Flugzeug zum Teil überfordert waren, drängte das Technische Amt auf eine zweisitzige Trainerversion, die ab März 1944 bei Blohm und Voss in Hamburg umgebaut wurden. Blohm & Voss erhielt dazu Einsitzer und rüstete sie zu Doppelsitzern um. Bis Kriegsende entstand 15 dieser Doppelsitzer. 

Die Produktion der Me 262 fand an verschiedenen Stätten in Süddeutschland statt. So wurden in einem Autobahntunnel bei Stuttgart beispielweise Tragflächen produziert, während in Leipheim und Schwäbisch-Hall die Montage der Flugzeuge stattfand. Trotz der ständigen Bombenangriffe der Alliierten wurdem 1433 Messerschmitt Me 262 produziert.



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