21.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 34/2017Luftwaffe C-53DO NASARR

Für das Radar-Navigationstraining künftiger Starfighter-Piloten betrieb die Luftwaffe eine speziell umgerüstete Douglas C-53DO NASARR.

C-53DO NASARR

Diese C-53DO der Luftwaffe erhielt bei Lockheed eine Starfighter-Nase. Copyright: Klassiker der Luftfahrt  

 

Wegen der verspäteten Lieferung ihrer Nord 2501 Noratlas hatte die Luftwaffe als Zwischenlösung seit 1957 von den USA 20 gebrauchte C-47B erhalten, die auf den Standard C-47D gebracht worden waren. Diese Flugzeuge übernahmen nach dem Eintreffen der Noratlas zahlreiche exotische Sonderaufgaben, wie Fernmelde-Sprachaufklärung (COMMINT), Fernmelde-Signalaufklärung (SIGINT), die elektronische Aufklärung (ELINT) und die Vermessung von Navigationsanlagen.

Unser Fotoflugzeug, die C-53DO mit der Seriennummer 42-4911 und der Kennung XA+117, wurde jedoch eigens 1962 beschafft, um künftige Starfighter-Piloten in der Radarnavigation ausbilden zu können. Sie wurde beim 4./Fernmelde-, Lehr- und Versuchsregiment 61 in Lechfeld eingesetzt (zuvor 1. Flugvermessungsstaffel 612).

Dazu hatte das am 12. Januar 1962 ausgelieferte Flugzeug bei Lockheed in Burbank eine komplette F-104G-Avionik und die Radarnase des deutschen Mach-2-Atombombers erhalten. Dieses Flugzeug wurde 1968 verkauft und gelangte mit der zivilen Zulassung N3101Q in die USA zurück. Die Luftwaffe ließ außerdem vier ihrer eigenen C-47D beim Hamburger Flugzeugbau ebenfalls als Hörsaalflugzeuge mit Radarnasen des Starfighters umrüsten. Es handelte sich um die XA+112, XA+113, XA+115 und XA+116. Diese Version NASARR wurden nach dem "North American Search and Range Radar" benannt. 

Auch Kanada betrieb drei Douglas C-47 mit CF-104-Starfighter-Nasen. Dort erhielt diese Version den Spitznamen "Pinocchio". Im Deutschen Museum Oberschleißheim blieb eine der deutschen C-47D, die 14+01, erhalten. Sie war als letzte deutsche Luftwaffen-C-47D erst am 26. März 1976 ausgemustert worden.

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