20.03.2017
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 12/2017Junkers Ju 88 A-6

Schon während des Zweiten Weltkriegs fielen der RAF einige Ju 88 unversehrt in die Hände. Sie waren eine wertvolle Beute, konnte die RAF an ihnen doch den jüngsten Stand der deutschen Kampfflugzeuge, ihrer Flugleistungen und ihrer Ausrüstung studieren.

Junkers Ju 88 A-6

Weitab von ihrer vermuteten Position landete die Besatzung dieser Ju 88 A-6 im November 1941 auf der RAF-Basis Chivenor. Sie war nur eine von einer ganzen Anzahl Ju 88, die der RAF während des Krieges unversehrt in die Hände fielen. Foto und Copyright: USAF  

 

Die Ju 88 A-6 auf unserem Bild der Woche gehörte zu den ersten Ju 88, die in England gelandet waren. Das Kampfflugzeug der Küstenfliegergruppe 106 (Kennung: M2+MK) setzte am Nachmittag des 26. November 1941 auf der RAF-Basis Chivenor auf. Die Landung erfolgte nach einem fatalen Navigationsfehler. Die Besatzung hatte beim Rückflug von einem Einsatz über der Irischen See eine Südwindkomponente völlig unterschätzt und wähnte sich bereits über der Bretagne, als sie zur Landung ansetzte. Ein angeblicher Durchstartversuch im letzten Augenblick soll durch Beschuss verhindert worden sein. Knapp zwei Wochen nach ihrer Landung in Chivenor wurde die Ju 88 A-6, die inzwischen die britische Kennung HM509 erhalten hatte, nach Duxford überführt. Dort wurde sie technisch untersucht und mehrfach zu Testzwecken geflogen. Das Beutestück flog 1942, wieder mit deutschen Kennungen lackiert, auch noch als Darsteller in dem Propagandafilm „In which we serve“. In dem Film ist der Bomber bei Angriffen auf Schiffe der Royal Navy zu sehen. Erst Mitte 1944 wurde diese Ju 88 A-6 stillgelegt und danach verschrottet. Längst waren bis dahin weitere Ju 88, darunter Nachtjäger-, Höhenjäger- und Fernaufklärerversionen, in die Hände der RAF gekommen.

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