29.09.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 40/2014Fairchild C-119 Flying Boxcar

Die Fairchild C-119 Flying Boxcar war eines der letzten Transportflugzeuge mit Kolbenmotorantrieb. Sie flog erstmalig im November 1947.

BdW 01_01_11 Fairchild C-119 Flying Boxcar

Von der zweimotorigen Fairchild C-119 wurden über 1.180 Exemplare gebaut. Hauptnutzer des Musters war die US Air Force. Foto und Copyright: © Fairchild  

 

Der Zweite Weltkrieg hatte gezeigt, wie wichtig der Transport von Soldaten, Gerät und Nachschub für militärische Operationen war. Neben einer Vielzahl von C-47 waren in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg auch C-82 Packet als taktische Transporter bei der US Air Force und der US Navy im Einsatz. Die C-82 hatte jedoch einige Konstruktionsmängel, die dazu führten, dass man sich direkt nach der Einführung des Musters bei den US-Streitkräften nach einem leistungsfähigeren Nachfolger umsah. Von der C-82 wurden nu 223 Exemplare gebaut.

Die C-119 war die Nachfolgerin der C-82. Sie war wie die C-82 als zweimotoriges Ganzmetallflugzeug mit Doppelleitwerksträgern und einem Zentralrumpf ausgelegt. Sie verfügte zwar nur über eine um einen Meter größere Spannweite, konnte jedoch mit 62 Soldaten rund 30 Prozent mehr Zuladung aufnehmen als die C-82. Angetrieben wurde die C-119 von zwei Pratt & Whitney 4360-20-Sternmotoren mit einer Startleistung von je 3.500 PS (2.612 kW). Damit verfügte die C-119 insgesamt über 2.800 PS mehr Startleistung als ihre Vorgängerin. Ihren Spitznamen "Flying Boxcar" (fliegender Güterwagen) erhielt sie aufgrund der hohen Nutzlastkapazität und ihrer Robustheit.

Das Flugzeug bewährte sich im militärischen Alltag und in den verschiedenen Einsätzen wie zum Beispiel im Korea-Krieg hervorragend. Es war von Fairchild Aircraft sehr robust konstruiert worden und konnte einige Beschussschäden verkraften. Fairchild baute das Flugzeug zwischen 1949 und 1956 in seinem Werk in Hagerstown im US-Bundesstaat Maryland in Serie. Rund 1.100 Exemplare der verschiedensten Versionen wurden hergestellt. Neben den US-Streitkäften kam die C-119 auch in den Export und diente unter anderem bei den belgischen, französischen, marrokanischen, indischen, vietnamesischen und spanischen Streitkräften. Erst 1974 wurden die letzten C-119 bei der US Navy ausgemustert.

Der schwerste Unfall mit einer C-119 geschah in Edelweiler in der Nähe von Rottenburg in Baden-Württemberg, als am 10. August 1955 zwei C-119 bei einer Formationsflugübung zusammenstießen. Die beiden Flugzeuge waren als Teil einer Neuner-Formation auf dem Flughafen Stuttgart gestartet, als eines der Flugzeuge Triebwerksprobleme bekam. In der Folge stieg das Flugzeug steil nach oben und kollidierte mit einer über ihr fliegenden C-119. 66 Menschen an Bord der beiden Flugzeuge kamen bei dem Unfall ums Leben.

Nach der militärischen Karriere setzte der US Forrest Service sowie zivile Waldbrandbekämpfer das Muster als Feuerlöschflugzeug noch ein.

Heute sind noch etliche Exemplare in verschiedenen Luftfahrtmuseen weltweit zu finden, so unter anderem im US Air Force Museum in Dayton, Ohio, im Indian Air Force Museum in Delhi, im brasilianischen Museu Aerospacial in Rio de Janeiro und im Flying Leatherneck Museum neben der US Marine Corps Base in Miramar, Kalifornien.



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