26.10.2015
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 44/2015Dornier Wal N25

Der Dornier Wal ist eine der berühmtesten Konstruktionen von Claude Dornier. Das robuste, hochseefähige Ganzmetallflugboot war seit den 1920er Jahren weltweit im Einsatz, auf Expeditionsflügen, als Postflugboot oder Passagiermaschine.

Dornier Wal N25

Dornier Wal N25. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Die Geschichte des Wal begann 1921 in Italien. Dorthin hatte Dornier seine Produktion verlegt, um die Bestimmungen des Versailler Vertrages zu umgehen. Von der Wal-Baureihe wurden insgesamt 264 Exemplare – teils in Lizenz mit verschiedenen Motoren – gebaut. Von Argentinien bis in die UdSSR kam der Hochdecker mit der Tandem-Motorgondel als Marine-, Post- und Passagierflugzeug zum Einsatz.
 
Am 21. Mai 1925 startete der Polarforscher Roald Amundsen mit zwei Dornier Wal – N24 und N25 - von Spitzbergen in Richtung Nordpol. Die Flugexpedition zu dem bis dahin unerreichten Pol sollte an den Erfolg Amundsens, der 14 Jahre zuvor als erster Mensch den Südpol erreicht hatte, anschließen.

Den Nordpol erreichte die sechsköpfige Crew jedoch nie. 250 Kilometer vor dem Ziel musste der Wal N25 aufgrund eines Motorproblems auf dem Eis notlanden und konnte erst drei Wochen später, auf einer von der Mannschaft mühsam errichteten Startbahn, das ewige Eis verlassen. Der N24 war ebenfalls notgelandet und dabei irreparabel beschädigt worden.

Nach seiner Rückkehr wurde der N25 überholt und bei weiteren Expeditionen eingesetzt. Unter der Kennung D-1422 überquerte Herbert von Gronau mit ihm 1930 erstmals den Atlantik in Ost-West-Richtung. 1932 wurde der Wal nach München ins Deutsche Museum überführt. Dort verbrannte er bei einem alliierten Luftangriff im Zweiten Weltkrieg. Lediglich ein Propeller blieb erhalten.

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JR


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