16.12.2013
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 51/2013Dornier Do 19

Die viermotorige Dornier Do 19 wurde neben der Ju 89 als sogenannter „Ural-Bomber“ konzipiert. Weil die Militärs Mitte der 30er Jahre von Forderungen nach einem strategischen Langstreckenbomber abrückten, kam ihre Entwicklung nicht über das Prototypenstadium hinaus.

BdW - Dornier Do 19

Dornier Do 19. Foto und Copyright: Klassiker der Luftfahrt Archiv  

 

Die Überlegungen bei Dornier zu einem Langstreckenbomber reichen schon bis in die späten 20er Jahre zurück. Konkretisiert wurden sie 1933 durch die Forderung des Reichsluftfahrtministeriums nach einen Langstrecken-Großbomber. Seine Reichweite sollte ausreichen, große Bombenlasten zu Zielen weit im russischen Hinterland zu tragen. Junkers und Dornier erhielten entsprechende Entwicklungsaufträge.

Dorniers Do 19 entstand in Metallbauweise. Ihre Spannweite betrug 35 Meter, der Rumpf war über 25 Meter lang. Vier Bramo 322 Sternmotoren mit jeweils 715 PS trieben den Prototypen an. Damit kam das Flugzeug auf 315 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Dienstgipfelhöhe betrug 5600 Meter. Am 28. Oktober 1936 flog der Prototyp zum ersten Mal. Zu diesem Zeitpunkt war die militärische Führung jedoch schon davon abgerückt, einen strategischen Langstreckenbomber zu beschaffen. Schon im April des gleichen Jahres waren die Forderungen für den sogenannten „Bomber A“ herausgegeben worden, die schließlich zur eher als taktisches Kampfflugzeug ausgerichteten He 177 führten.

In der Flugerprobung erwies sich die Do 19 V1 mit den Bramo-Motoren als nicht als sonderlich leistungsfähig. Der Prototyp war noch unbewaffnet. Vorgesehen war der Einbau von vier Waffenständen im Bug, Heck und an den Unter- und Oberseiten des Rumpfes. Die projektierte Bombenlast war mit 1,6 Tonnen angegeben. Dornier plante, die Leistungen des neuen Bombers mit stärkeren Höhenmotoren der 1000-PS-Klasse verbessern. Sie hätten laut Dornier die Höchstgeschwindigkeit auf 380 bis 400 km/h steigern und die Dienstgipfelhöhe verbessern können. Doch zu einer Weiterentwicklung der Do 19 kam es nicht. Im April 1937 wurde das Ural-Bomber-Programm offiziell eingestellt. Die fast fertiggestellte Do 19 V2 und ein drittes noch im Bau befindliches Versuchsmuster wurden abgewrackt. Die Do 19 V1 wurde noch einige Zeit weiter genutzt. Beim Polenfeldzug 1939 soll das Flugzeug noch einzelne Transporteinsätze geflogen haben. Danach verliert sich die Spur von Dorniers Versuch, einen strategischen Landstreckenbomber zu entwickeln.

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