22.09.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 39/2014de Havilland Chipmunk

Die de Havilland Canada DHC-1 Chipmunk ist ein einmotoriges Trainingsflugzeug des kanadischen Herstellers, das in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bei der professionellen Flugschulung einige Verbreitung fand.

BdW-10-52 De Havilland Chipmunk

Die Lufthansa nutzte die De Havilland Chipmunk als Kunstflugtrainer in ihrer Fliegerschule. Foto und Copyright: © Lufthansa  

 

Mit dem Zweiten Weltkrieg war die Zeit der Doppeldecker endgültig vorbei. Mit Ausnahme der Anotonow An-2 gab es keine nennenswerte Serienproduktionen von Doppeldeckern mehr. Als Nachfolgerin des weit verbreiteten Trainingsdoppeldeckers de Havilland DH.82 Tiger Moth entwarf der kanadische Flugzeugbauer de Havilland Canada (DHC) ab 1945 einen leichten, einmotorigen Tiefdecker mit zwei hintereinander liegenden Sitzen. Da das Flugzeug das erste von DHC entworfene Flugzeug war, erhielt es die Bezeichnung DHC-1. Der Name Chipmunk (Streifenhörnchen) wurde erst nach dem Erstflug des Prototypen im Mai 1946 genutzt. de Havilland Canada hatte das Flugzeug für die Bedürfnisse von militärischen Flugausbildern konzipiert. Mit seinem sparsamen de Havilland-Gipsy-Motor und seinen angenehmen Kunstflugeigenschaften fand das Muster schnell Käufer. Neben der Royal Air Force in Großbritannien und der Royal Canadian Air Force in Kanada wurde die DHC-1 zum Standardtrainer von 16 weiteren Luftstreitkräften gewählt.

Aber nicht nur militärische Flugschulen setzten die Chipmunk ein. Auch zivile Flugtraining-Einrichtungen wie die Lufthansa-Fliegerschule in Bremen beschafften die DHC-1 Chipmunk zur Ausbildung ihres künftigen Cockpitpersonals. Bereits 1956 stießen die ersten fünf Chipmunks zur Ausbildungsflotte der Lufthansa, wo sie bis 1967 im Einsatz waren (siehe Foto). 

Für de Havilland Canada war die Chipmunk ein großer Erfolg. Das in Downsview bei Toronto ansässige Unternehmen produzierte selbst 218 Exemplare. Weit mehr, nämlich 1.014 Exemplare der DHC-1 (in verschiedenen Versionen) entstanden bei de Havilland in Großbritannien. Auch in Portugal kam eine kleine Serienfertigung zustande. Dort entstanden weitere 60 Flugzeuge. Das kompakte Flugzeug (Länge 7,75 m, Spannweite 10,47 m, Höhe 2,10 m) erfreut sich auch heute noch einige Beliebtheit. Rund 400 flugbereite Exemplare soll es heute weltweit noch geben. 



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