19.01.2015
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 04/2015Bo 46

Im Jahr 1961 entwickelte die Bölkow GmbH (später MBB, heute Eurocopter)im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums einen Helikopter, der mit Hilfe eines Schwenkrotors (Derschmidt-System) erheblich schneller fliegen sollte als die bis dahin entwickelten Muster.

Bo 46 stehend

Die Bo 46 flog 1964 zum ersten Mal. Über das erprobungsstadium kam der Hochgeschwindigkeitshubschrauber aber nie hinaus. Foto & Copyright: KL-Dokumentation.  

 

Der zweisitzige Erprobungsträger mit schlanker Zelle erhielt den Namen Bo 46, wobei die Wahl der Zahl nicht genau belegt ist, möglicherweise aber auf die Patentanmeldung durch Dipl.-Ing. Hans Derschmidt im Jahr 1946 zurückgeht. Der einzig je gebaute Prototyp der Bo 46 mit der Kennung D-9514 absolvierte am 30. Januar 1964 seinen Erstflug auf dem Fliegerhorst Neubiberg, gesteuert von Testpilot Wilfried von Engelhardt. Derschmidt hatte berechnet und in Rotortestläufen belegt, dass der Helikopter eine Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h erreichen könnte, 200 km/h schneller als konventionelle Muster.

Beim Rotorsystem der Bo 46 schwenkt das jeweils vorlaufende Blatt dem Luftstrom nachgebend zurück, während das rücklaufende Blatt dem Luftstrom entsprechend um den gleichen Wert vorschwenkt. Der Schwenkwinkel vergrößert sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf maximal +/- 40 Prozent, im Schwebeflug liegt der Wert bei null. Damit verringert sich die Blattspitzengeschwindigkeit, gleichermaßen lässt sich so die Vorwärtsgeschwindigkeit des Helikopters erhöhen. Allerdings erfordert dies extrem harmonisch abgestimmte Bewegungen.

Genau das war aber der Schwachpunkt bei der Bo 46. Beim Erstflug stellten sich Probleme mit der Steuerbarkeit ein, auch weitere Schwebeflugtests im Laufe des Jahres 1964 brachten keine entscheidenden Lösungen. Das System war viel zu komplex und zu empfindlich, überstieg dann schließlich auch die vorgegebenen Kosten und wurde 1965 aufgegeben. Heute ist die Bo 46 eines der beeindruckenden Exponate im Hubschraubermuseum Bückeburg.                                         



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