15.04.2013
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 2013/16: Sikorsky S-64Bild der Woche: Sikorsky S-64 Skycrane

Heute fast vergessen: Anfang der 60er Jahre montierte Weser Flugzeugbau in Bremen zwei S-64 Skycrane für die Bundeswehr. Die entschied sich dann aber zur Beschaffung der CH-53.

BdW 0013 Sikorsky S-64

Weser Flugzeugbau montierte 1962 zwei Sikorsky S-64 Skycrane zur Erprobung bei der Bundeswehr. Foto: KL-Dokumentation  

 

In den späten 50er Jahren entwickelte Sikorsky, ermutigt von den Erfahrungen mit der S-60, den Schwerlasthubschrauber S-64. Mit seinen zwei Pratt & Whitney JFTD12-4A-Triebwerken, die je 4000 Wellen-PS abgaben, dem Verzicht auf einen eigentlichen Laderaum war der Skycrane radikal für den Transport schwerer und sperriger Güter ausgelegt. Ebenso konnte er zum Beispiel komplette Container zum Beispiel für Feldhospitäler aufnehmen. Seine Winde für den Kraneinsatz besaß allein 6.8 Tonnen Tragkraft. Am 9. Mai 1962 startete der Prototyp zum Erstflug.

Noch im gleichen Jahr erhielt Weser Flugzeugbau zwei „Bausätze“ der S-64, die in Bremen montiert wurden. Die Bundeswehr hatte Interesse an dem Skycrane angemeldet und die Verantwortlichen bei Sikorsky und Weser Flugzeugbau hofften auf eine gewinnbringende Kooperation. Ab Ende 1962 wurden die beiden Kranhubschrauber, Weser Flugzeugbau bezeichnete sie bereits als WF-S 64, mit den Erprobungskennzeichen D-9510 und 9511 bei Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg und der Erprobungsstelle 61 in Manching eingehend auf ihre Eignung für die Bundeswehr untersucht. Die Ergebnisse waren gut, doch letztendlich fiel die Entscheidung zum Kauf der mittelschweren CH-53.

Ab 1965 flogen die beiden Kranhubschrauber noch für drei Jahre bei der 1. Luftrettungs- und Verbindungsstaffel in Fürstenfeldbruck und wurden anschließend an eine amerikanische Privatfirma verkauft. Die auf unserem Bild der Woche gezeigte damalige D-9510 wurde 1991 nach einem Tankunfall verschrottet, die andere WF-S 64 soll zuletzt in Kanada geflogen sein. Eine S-64-Kabine, die das Museum L.+P. Junior in Hermeskeil besitzt, soll von diesem Skycrane stammen.

Bis heute fliegen noch einige S-64 Skycrane bei zivilen Unternehmen im Schwerlasttransport. Ein amerikanisches Unternehmen hat dabei schon mehrere ehemals von der US Army genutzte S-64 für zivile Einsätze umgerüstet.

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Heiko Müller


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