19.12.2016
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 51/2016Leduc Staustrahlflugzeuge

In den Nachkriegsjahren experimentierte Leduc in Frankreich mit Staustrahlflugzeugen. Das letzte dieser geradezu futuristisch wirkenden Fluggeräte war 1956 die Leduc 022, die die Basis für einen Mach-2-Abfangjäger sein sollte.

Bild der Woche Leduc

Die Mach 1.15 schnelle Leduc 022 zeichnete sich durch ihr beinahe futuristisches Äußere aus. Foto: KL-Dokumentation  

 

Die erste Strahljägergeneration nach dem Krieg litt unter noch relativ schwachen Strahlturbinen. Leduc griff deshalb mit seinen Konstruktionen die Idee des schubstarken Staustrahltriebwerks auf, wie es vom Prinzip her schon lange bekannt war. Komprimierte Stauluft wird dabei in eine Brennkammer geleitet und dort mit eingespritzem Treibstoff entzündet. Die heißen, expandierenden Verbrennungsgase sorgen dann für den Schub. Die Triebwerke kommen ohne drehenden Teile aus, können aber nicht im Stand selbsttätig starten, da der Staustrahlantrieb hohe Eintrittsgeschwindigkeiten am Lufteinlauf verlangt. Zudem ist ihr Treibstoffverbrauch sehr hoch.

Leduc umging das Problem beim ersten Versuchsmuster Leduc 010, indem er es von einer viermotorigen SE. 161 Languedoc ähnlich einem Mistelgespann auf Höhe bringen ließ und dann ausklinkte. die Versuche begannen schon 1946, doch der erste Flug mit aktiviertem Triebwerk gelang erst am 21. April 1949. Über mehrere Zwischenschritte entstand schließlich die Leduc 022, die am 26. Dezember 1956 erstmals flog. Eine Snecma-Strahlturbine vom Typ Atar 101 D-3 mit 21 kN Schub machte das Versuchsflugzeug eigenstartfähig. Erst bei hoher Geschwindigkeit wurde das Staustrahtriebwerk gezündet, das für 64 kN Schub ausgelegt war. Bei einem Test ein knappes Jahr nach ihrem Erstflug erreichte die Leduc 022 Mach 1.15. Es war zugleich ihr letzter Flug. Die französische Regierung stellte das Staustrahlprogramm aus kostengründen aber wohl auch vor allem wegen der systembedingten Nachteile dieses Antriebsprinzips ein. Eine zweite Leduc 022 war zwar noch fertiggestellt worden, ist aber nie geflogen. Heute befinden sich die Leduc 010 und 022 im französichen Luftfahrtmuseum in Le Bourget.




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