29.07.2013
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 2013/31: Blohm und Voss BV 155Bild der Woche: Blohm & Voss BV 155

Die Blohm & Voss BV 155 ist ein Flugzeug mit einer besonderen Geschichte: Entworfen von Messerschmitt, konstruiert in Frankreich, stark modifiziert und schließlich gebaut von Blohm & Voss in Hamburg.

BdW 05_2010 Blohm & Voss BV 155

Die BV 155 V2 in Hamburg-Finkenwerder. Das Flugzeug lagert heute im Depot des Smithsonian Air and Space Museums in den USA. Foto: Klassiker der Luftfahrt  

 

Die BV 155 hat eine lange Entwicklungsgeschichte. 1941 beauftragte das Reichsluftfahrtministerium (RLM) die Firma Messerschamitt, aus dem Standardjagdflugzeug der Luftwaffe, der Bf 109, einen Höhenjäger zu entwickeln. Messerschmitt entwarf die Me 155 A, die jedoch in Paris bei einem besetzten französischen Konstruktionsbüro zu Ende konstruiert werden sollte, da die Kapazitäten bei Messerschmitt in Deutschland ausgeschöpft waren. Die Arbeiten zogen sich lange hin, so dass das Projekt an Blohm und Voss in Hamburg weitergereicht wurde. Unter dem Chefingenieure Dr. Richard Vogt wurde der Entwurf komplett überarbeitet.

Im November 1943 begann Blohm & Voss mit Bau des ersten Prototyps, der als BV 155 V1 bezeichnet wurde. Das nur 12,10 Meter lange Flugzeug verfügte über eine Spannweite von 20,50 Meter und war 4,18 Meter hoch. Unter den Tragflächen waren zwei große Kühler angebracht, die bei dem DB603-Motor mit Turbolader für ausreichende Kühlung sorgen sollten. Die Startleistung des DB603 an der BV 155 lag bei 1.810 PS. Bewaffnet war der Höhenjäger mit zwei MG 151 sowie eine 30-mm-Bordkanone des Typs MK 108. 

Das Flugzeug soll am 1. September 1944 zum ersten Mal geflogen sein, allerdings gibt es dafür keine schriftlichen oder fotografischen Belege. Belegtsind hingegen Flüge am 8., 10. und 26. Februar 1945 mit dem Testpiloten Helmut "Wasa" Rödig. Ihre errechnete Dienstgipfelöhe lag bei über 16.000 Meter!

Die BV 155 V2 war in den letzten Zügen der Fertigstellung, als britische Truppen im Mai 1945 Finkenwerder einnahmen. Sie fanden die BV 155 V1 und beauftragten einen Testpiloten, das Flugzeug nach England zu fliegen. Der stürzte jedoch kurz nach dem Start ab, wobei das Flugzeug komplett zerstört wurde. Die BV 155 V2 sowie ein Mock-up einer BV 155 C mit stärkerem Antrieb wurden nach Farnborough gebracht und dort eingelagert. Die Royal Air Force gab die BV 155 V2 nach Amerika ab, wo sie in Dayton, Ohio, untersucht wurde. Danach landete die BV 155 V2 im Depot des Smithsonian Air and Space Museums in Silver Hill (Paul E. Garber facility) in Maryland. Dort lagert sie noch heute.



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