04.07.2016
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 27/2016Bell X-14

Die Bell X-14 war ein Experimentalflugzeug in der Entwicklung von Senkrechtstartern. Wichtige Fortschritte wurden bei der Steuerung im Schwebeflug ohne Flächenanströmung gemacht. Später wurde sie sogar zur Übung der Mondlandungen genutzt.

Bell X-14

Funktion über Form: Das Experimentalflugzeug Bell X-14 lieferte wichtige Erkenntnisse in der Entwicklung von Senkrechtstartern. Foto und Copyright: KL-Archiv  

 

Die Bell X-14 war das erste VTOL, das durch das Prinzip der Umlenkung des Schubstrahls abhob. Der Auftrag zum Bau der X-14 wurde 1955 erteilt. 

Da es den Konstrukteuren in erster Linie auf die Erprobung der Antriebsart ankam, war das Cockpit offen und das Dreibeinfahrwerk starr. Die Tragflächen waren nicht gepfeilt und daher nicht für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Die beiden British Armstrong-Siddeley Viper-Triebwerke waren vorne angebracht und erlaubten eine Schubsteuerung durch einfache Deflektorbleche, die variabel für Schwebeflug, konventionellen Flug und den Übergang verstellt werden konnten. Sie lenkten den Strahl für Start und Landung um 90° nach unten, zur Aufnahme des Horizontalflugs wurde der Winkel nach und nach verringert, bis die Geschwindigkeit ausreichend war, um den benötigten Auftrieb an den Tragflächen zu erzeugen. Für den Schwebeflug besaß die X-14 zusätzliche Düsen im Heck und an den Flügelspitzen, da die Ruder mangels Anströmung keine Funktion hatten. Mittels Druckluft konnten die erforderlichen Nick- und Kippbewegungen ausgeführt werden. Der Erstflug erfolgte am 17. Februar 1957, ein reiner Schwebeflug ohne Transition. Der erste Senkrechtstart mit Übergang zum Horizontalflug fand erst im Jahr 1958 statt.

Im Oktober 1959 wurde das Flugzeug an das National Aeronautics and Space Administration’s Ames Research Center übergeben. Die NASA wollte einen größeren Schub für das Flugzeug und ersetzte die Triebwerke durch zwei J85 Turbojets und nannte das Flugzeug fortan X-14A. Bei der NASA bezweckte man mit dem Flugzeug die Stabilität und die Steuersysteme für Senkrechtstarter zu untersuchen und zu bestimmen. Darüber hinaus sollte sie Piloten an das Konzept des Senkrechtstartes heranführen und diente auch schon der Untersuchung und Simulation der Landephase einer Mondlandung für das Apollo Programm. Später erfolgte noch eine weitere Umbenennung in X-14B. Nach weiteren Tests durch die NASA wurde die X-14B als VTOL-Trainingsflugzeug genutzt, bevor sie an das Army Aviation Museum in Fort Rucker, Alabama, übergeben wurde. Später ging sie an eine private Sammlung in Indiana. Der letzte Flug fand am 29. Mai 1981 statt.

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O. Schenk


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