29.12.2014
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 01/2015Aérospatiale SN 601 Corvette

Der damalige französische Staatskonzern Aérospatiale versuchte, mit dem zweistrahligen Muster SN 601 Corvette, in den Markt der Geschäftsreiseflugzeuge einzudringen. Trotz ansprechender Flugleistungen gelang das Vorhaben nicht und die Produktion der Corvette wurde 1978 eingestellt.

BdW Corvette

Der Prototyp der Aérospatiale Corvette flog erstmalig am 16. Juli 1970. Foto und Copyright: © KL-Dokumentation  

 

Der Markt für Geschäftsreiseflugzeuge wurde von vielen Herstellern Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre als vielversprechend eingeschätzt. Hawker-Siddeley, Gulfstream und Dassault waren seinerzeit die Platzhirsche, während sich die Cessna Aircraft Company aus Wichita anschickte, mit dem zweistrahligen Fan-Jet einen starken Wettbewerber ins Rennen zu schicken. Der französische Staatskonzern Aérospatiale wollte in diesem Marktsegment ebenfalls mitmischen und entwickelte ab 1967 einen zweistrahligen Prototypen eines Geschäftsreisejets namens SN 600. Dieser flog am 16. Juli 1970 zum ersten Mal. Im Rahmen der Flugerprobung stürzte das Flugzeug im März 1971 ab.

Beim zweiten Exemplar dieses Musters hatte man im Vergleich zum Prototypen einige Änderungen umgesetzt, deshalb erhielt der Typ auch eine neue Bezeichnung: SN 601 Corvette 100. Angetrieben von zwei Pratt & Whitney-Strahltriebwerken des Musters JT15D erreichte die Corvette eine Reisegeschwindigkeit von 760 km/h.

Dass sich die Corvette nicht am Markt durchsetzen konnte und dass ihre Fertigung nach nur 39 Serienflugzeugen im Jahr 1978 eingestellt wurde, ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Einerseits war Aérospatiale seinerzeit vertrieblich nicht gut auf Privatkunden eingestellt, andererseits hatte das Unternehmen das Marktpotenzial in Europa völlig überschätzt und das in den USA unterschätzt. Auch war der Kundenservice alles andere als optimal.

Heute fliegen nur noch wenige Corvette. Das berühmteste Exemplar dieses Musters fliegt heute noch für die französische Luftbildfirma Aero Vision und ist für Luftaufnahmen aller Art modifiziert worden. Es begleitete unter anderem fast jeden Erstflug eines neuen Airbus-Musters. 



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